Chronik der Trachtenkapelle

der Gauermannheimat

 Miesenbach



Die Geschichte der Musikkapelle Miesenbach begann im Jahre 1921.

Ein Mann aus dem Salzburger Land – sein Name war F. Höllerer – ließ sich in Miesenbach nieder und begann in kurzer Zeit eine Menge Burschen für die Blasmusik zu begeistern, bzw. als Bläser auszubilden.


 Zu dieser Zeit gab es aber auch schon einige andere Männer im Orte, die sich auf Musik verstanden, es waren dies die Herren A. Postl/vulgo Veitler und Johann Posch, Schuhmachermeister in Kaltenberg. Johann Posch war Schwerkriegsinvalide, er hatte nur einen Fuß, aber eine Portion Liebe zur Musik. 

Er verstand es in kurzer Zeit eine Blasmusikkapelle aufzustellen, die er als Kapellmeister viele Jahre leitete.


In dieser Kapelle befand sich ein ganz großes Musiktalent, es war dies Johann Hornung. Sein großes Können befähigte ihn, bald selbst eine Kapellmeister Prüfung abzulegen. Im Jahre 1929 gründete der Männergesangsverein, der allerdings schon seit 1925 bestand, auch einen Musikverein mit der Bezeichnung: 
„Gesang  und Musikverein Gamsveigerl Miesenbach“.

Maschkerer-Gruppe und Tanzpaare nach dem Maibaumumschnitt, bei dem sich Bauernburschen und Holzknechte in verschiedenen Rollen eines Stegreifspieles unterhalten.
1922 (unteres Bild) wirkte die Miesenbacher Musikkapelle zum ersten Mal mit. Im Hintergrund
ein Nebengebäude des Schramböckwirtshauses (beim Halwax)- mit teils verwittertem, teils neuen Schindeldach.

Bischöfliche Visitation , 21. Mai  1931-Burschenvereins Kapelle Leitung Johann Posch.

Nach dem 2. Weltkrieg löste sich die Musik vom Gesangsverein und Hornung leitete nur die Musikkapelle.
Unter seiner Leitung , hat sich die Musikkapelle weit über unser Tal hinaus beliebt gemacht, doch allzu früh raffte ihn der Tod aus unseren Reihen.


Als Nachfolger von Johann Hornung stellt sich Norbert Schönthaler als Leiter des Musikvereines zur Verfügung, aber auch er musste wegen einer schweren Herzkrankheit das Musizieren vorübergehend aufgeben und so wurde der Verein vor die Tatsache gestellt, wieder nach einem Kapellmeister Ausschau zu halten.


Bei der JH-Versammlung 1972 wurde Josef Wittrich, einstimmig zum neuen Leiter der
Kapelle gewählt . Unter seiner Leitung wurde die Zahl der Bläser in kurzer Zeit verdreifacht.
Sein Verdienst war im besonderen die Jugendausbildung , sowie Neuorganisation der Kapelle,
Ankauf neuer Instrumente , Vereinsveranstaltungen (Krampuskränzchen , Sommerfest , sowie
Leitung von Bläsergruppen , usw. …) .
 
Mit der systematischen Ausbildung von Nachwuchsbläsern wurde der Fortbestand des Musikvereines gesichert, Kapellmeister Josef Wittrich hat sich mit seinem persönlichen, uneigennützigen Einsatz ein bleibendes Denkmal in der Geschichte des Vereines geschaffen.






Musikkapelle Miesenbach in Gutenstein 1974




Musikerheim Entstehung


Die Proben der Miesenbacher Musiker wurden zur Gründungszeit vorwiegend in Privathäusern 
der jeweiligen Kapellmeister vorgenommen. Dies war jedoch durch die naturgemäße Lärmentwicklung 
von den Hausbewohnern nicht immer willkommen. Man verlegte die Proben in weiterer 
Folge in die Miesenbachder Gasthäuser Hornung, Goldbacher-Postl (Omi), Schramböck (Rudlwirt) und Pergerwirt. 

Fallweise auch Postl-Eder Frohnberg. Eine richtige Probenarbeit war dort jedoch nicht immer möglich. 
Anwesende Gäste fühlten sich zum Teil belästigt, zum größeren Teil verpflichtet, die Musiker durch Weinspenden zum Spielen ihrer Lieblingsmelodien zu animieren. Diese „Proben“ wurden dadurch oft bis in die frühen Morgenstunden ausgedehnt, was den Musikern, besonders von ihren Gattinnen, nicht immer größtes Lob einbrachte. 


Daher wurde jahrelang nach einem geeigneten Lokal Ausschau gehalten. Zu Beginn der 60er Jahre konnten wir erstmals einen eigenen Proberaum beziehen. Die Fam. Mühlhofer-Stückler, Miesenbach 200, stellte uns in ihrem stillgelegten Sägewerk den Wohnraum des Sägemeisters zur Verfügung. Es war eine Herrlichkeit unbeeinflusst von Zuhörern zu proben. 


Doch schon nach kurzer Zeit stellte sich heraus, dass dieser Raum für die Probenarbeit doch nicht geeignet ist. 
Im Frühjahr 1963 übersiedelten wir in den Gasthausneubau des Gastwirte Ehepaares Josef und Katharina Hornung, Miesenbach 16. In der wärmeren Jahreszeit probten wir im 1. Stock, in der kälteren Zeit im Heizraum des Hauses. 

Mit der Fertigstellung und dem Einzug der ersten Gäste, mussten wir auch dieses gastliche Heim im Feb. 1965 verlassen. 

Unsere Heimstätte bis Anfang 1971 war die aufgelassene Tischlerwerkstätte des Hr. Philipp Panzenböck; sie wurde uns vom Besitzerehepaar Karl u. Juliana Postl freundlicherweise überlassen. Der letzte dort tätige Tischler, Alois Heiden, war kurz zuvor in sein neues Haus übersiedelt. Dort wurde nun zw. alten Hobeln u. sonstigem Handwerkszeug fleißig geprobt. 


Der dort stehende alte Eisenofen spendete nicht nur kärgliche Wärme, sondern die meiste Zeit nur Ruß, Rauch u. Aschenstaub. 

Musikkamerad Johann Scheibenreif „Hanserl“ hatte Erbarmen u. überließ uns leihweise einen Ofen, der schon in den 40er Jahren den Reichsdeutschen Arbeitsdienst im Lager Scheuchenstein wärmte. 


Unseren ersten Einrichtungsgegenstand, von Alois Heiden gespendet, ein dreiteiliger Kasten, wurde zur Aufbewahrung der vorhandenen Noten verwendet. Vorher hatten wird dafür nur ein kleines  Kasterl von Kapellmeister Hornung.

 Als im Jahre 1970 das neue Gemeindehaus bezugsfertig wurde, konnten wir im Jänner 1971 im dort bestehenden Kulturraum den Probenbetrieb aufnehmen. Für diesen Raum bauten die „vereinseigenen“ Tischler, Josef Klesl, Josef Kaiser und die beiden Johann Klauser einen herrlichen  Kasten für Noten und Instrumente.


Aber je größer an aktiven Mitgliedern die Kapellen wurde, je größer wurde auch der Wunsch nach einem eigenen Heim. Der Plan der Gemeinde, in diesem Kulturraum einen Kindergarten einzurichten, gab den endgültigen Anstoß zum Bau eines eigenen Hauses.


In der Jahreshauptversammlung 1977 wurde der Beschluss gefasst: „Wir bauen ein Musikerheim“.


Beim Krampuskränzchen 1977 wurde die Bevölkerung ersucht uns, beim Heimbau
zu unterstützen. Der Musikkamerad Johann Klauser jun., wurde zum Bauleiter bestellt und mit den Planungen wurde sofort begonnen. Die Gemeinde Miesenbach stellte in dankenswerter Weise den Baugrund beim Gemeindehaus zur Verfügung. 

Bereits am 11.2. 1978 begann ein Spezialtrupp aus energiegeladenen Musikern mit etlichen freiwilligen Helfern die Forste in Miesenbach zu lichten. 

Am Sonntag den 12.3.1978 war bereits feierliche Grundsteinlegung. 
Die Ehrenmitglieder Pfarrer GR Franz Zartl, Ök. Rat Bgmst. Franz Berger, der Gemeinderat, sowie Bez. Obm. Ing. Anton Rois als Vertreter des N.Ö. Blasmusikverbandes fungierten als „Grundsteinleger“. Die Erfüllung unseres Projektes konnte nicht nur aus eigenen Mitteln und Subventionen von Land und Gemeinde durchgeführt werden, sondern nur durch Mithilfe der gesamten Bevölkerung von Miesenbach. 

Sei es durch Geld bzw. Sachspenden od. durch unentgeltliche Arbeitsleisung, alles hat zum Gelingen beigetragen. Dafür sei jedermann herzlichst gedankt. 


Durch unermüdlichen Fleiß aller Mitarbeiter, konnten wir am 12.11.1978 nach nur 9monatiger Bauzeit, aus Anlass der Konzertwertung, die erste Probe ansetzen.

 Der regelmäßige Probenbetrieb wurde am 28.12.1978 aufgenommen. Dieses neue Haus möge noch unzählige Musikergenerationen Heimstätte sein, wo Kameradschaft und Freude an der Musik gefördert wird. Die feierliche Einweihung bzw. Segnung des Hauses, nahm unter großer Beteiligung der Bevölkerung und der Nachbarkapellen, Geistl. Rat Pfarrer Franz Zartl am 20.5.1979 vor.

 

08.02.1981

Musiker am 8.2.1981 im Musikerheim !




Musiker in neuer Tracht, Frühjahr 1988

Am Jänner 1994 wurde der Proberaum im Musikerheim neugestaltet.

Für die Musiker wurden die Sitzplätze, unter der Baulichen Leitung des Zimmer-
mannmeister  Johann Klauser (Klauser Schani), terrassenförmig angeordnet.


Der Kapellmeister erhielt ein neues Dirigentenpult mit Podium. Neue Kästen
wurden von der Firma unseres Kameraden Josef Klesl hergestellt. Die Räume
wurden ausgemalt und auch die Aussenfassade wurde neu gemalt und damitdem renovierten Gemeindehauses angepasst.

Oktober 1999

Ein schicksalsschwerer Tag war der 1. Oktober 1999 . Kapellmeister Josef Wittrich stürzte bei Bauarbeiten in seiner Wirtschaft von einer Leiter und trug dabei schwere Kopfverletzungen davon.
In der Zwischenzeit leiteten Johann Zwinz , Josef  Wittrich jun. und Mag. Andreas Enne die Proben und Aufführungen.

Nach der Rehabilitierung leitete Josef Wittrich bis 2006 die Trachtenkapelle Miesenbach.
Kapellmeister Josef Wittrich , übergibt nach 34 Jahren Dienstjahren den Taktstock wegen
Gesundheitlichen Gründen, seinen Nachfolger Mag. Bernhard Pfaffelmaier  im Rahmen des
Osterkonzertes 2006 !

Anschließend wurde ihm von Bürgermeister Mattias Scheibenreif die Ehrenbürgerschaftsurkunde der Gemeinde Miesenbach samt Laudatio zuteil.

Josef Wittrich wurde zum Ehrenkapellmeister der Trachtenkapelle Miesenbach ernannt!

Gruppenfoto-Trachtenkapelle 2003

2004

Umbau des Musikerheimes

zur Schaffung eines Aufenthaltsraumes


Da die Anzahl der Musikerinnen und Musiker ständig zunahm und der kleine Aufenthaltsraum nicht mehr ausreichte um die Musiker, wegen der Verschmutzungsgefahr des Proberaumes fernzuhalten.

Wurde ein Beschluss gefällt, einen größeren Aufenthaltsraum zu schaffen.

Der Einreichplan wurde am 02.03.2004 Unterschrieben.

Als Bauführer wurde Johann Klauser und Planverfasser Andreas Klauser beauftragt.

Osterkonzert 2006

Josef Wittrich wurde zum Ehrenkapellmeister der Trachtenkapelle Miesenbach ernannt!

Der neue Kapellmeister-Mag. Bernhard Pfaffelmaier, begann seine Arbeit mit sehr viel Einsatz und neuen Vorschlägen
für die weitere Programmgestaltung.


Die bisherigen Konzertveranstaltungen wurden beibehalten, jedoch in einer neuen musikalischen Linie.
Zum Beispiel wurde aus Anlass der Waldegger Kulturtage ein sehr gut Gelungenes und besuchtes Konzert mit dem Titel-Filmmusik im dortigen Festsaal aufgeführt.

Auch unser Jugendorchester kam dabei zum Einsatz!

Gruppenfoto-Trachtenkapelle 2011

Proberaum Umgestaltung  2011

Am 04.01.2011 wurde einstimmig beschlossen, dass der Proberaum wegen  Platzmangel und einer Sanierung umgestaltet wird.


Die terrassenförmigen Sitzplätze wurden entfernt, die Wände des Proberaumes
wurden in einer sehr angenehmen Farbe ausgemalt.


Der Fussboden wurde mit einem strapazierfähigen Laminatboden verlegt und  
es wurden neue Notenständer angeschafft.


Die Arbeiten des Proberaumes wurden in kürzester Zeit, durch die zahlreiche Mithilfe der Musikkameraden und Musikkameradinnen, fertiggestellt.


Gruppenfoto-Trachtenkapelle      2018 



Recht herzlich bedanken möchten wir uns bei der Firma Klesl und 
Firma Reischer Petra,
Schönthaler Karl, Karl Postl und Rudolf Pichler - Chronist.

Und an alle Musikkameradinnen und Kameraden

ein recht herzliches Dankeschön,

die bei den Arbeiten und Dokumentationen

mitgeholfen haben!